• Deutschland gehört zu den kritischsten der befragten KI-Märkte: 42 Prozent der Deutschen lehnen den zunehmenden Einsatz von KI ab. Dies steht im starken Kontrast zu China, wo nur 10 Prozent ablehnend reagieren.
• KI wird in Deutschland stärker als gesellschaftliche Herausforderung, denn als Innovation wahrgenommen: 53 Prozent der Arbeitnehmer geben an, dass sie KI positiver gegenüberstehen würden, wenn ihr Arbeitgeber klarer kommunizieren würde, dass KI die Produktivität steigert, ohne Arbeitsplätze zu gefährden.
• Das Vertrauen in KI wird in Deutschland vor allem durch persönliche Netzwerke aufgebaut: 60 Prozent der Befragten vertrauen Aussagen von Freunden und Familienmitgliedern zu KI, und 62 Prozent vertrauen „jemandem wie mir“ –während CEOs, KI-Forscher und Regierungschefs mit großem Abstand dahinter liegen.
Frankfurt am Main, 26. November 2025 - Das Edelman Trust Institute hat im Rahmen der 2025 Edelman Trust Barometer Flash Poll: Trust and Artificial Intelligence at a Crossroads´ Menschen in fünf Ländern zu ihrer Einstellung gegenüber künstlicher Intelligenz (KI) befragt – darunter auch in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen, dass die deutsche Bevölkerung KI skeptischer gegenübersteht als andere große Volkswirtschaften. Während Länder wie China und Brasilien KI als Motor für Innovation und Wachstum betrachten, ist die Sichtweise in Deutschland von gesellschaftlichen Bedenken, politischer Unsicherheit und einem starken Bedürfnis nach Orientierung geprägt. Laut der Studie lehnen 42 Prozent der Menschen in Deutschland den zunehmenden Einsatz von KI ab. In China hingegen liegt die Ablehnung bei nur 10 Prozent. Diese Diskrepanz spiegelt nicht nur technologische Unterschiede wider, sondern vor allem unterschiedliche gesellschaftliche Mentalitäten.
Gesellschaftliche Sorgen prägen Deutschlands KI-Debatte
Die Daten zeigen deutlich, dass Deutschland KI stärker aus gesellschaftlicher Perspektive bewertet als andere Länder. Viele Menschen verbinden KI mit Risiken wie Polarisierung, sozialer Ungleichheit oder zusätzlicher psychischer Belastung. Gleichzeitig besteht ein starker Wunsch nach Klarheit: 53 Prozent der Beschäftigten geben an, dass sie KI positiver sehen würden, wenn ihr Arbeitgeber transparenter darlegen würde, dass KI die Produktivität steigert, ohne in erster Linie Arbeitsplätze zu gefährden. Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Unsicherheit, Fachkräftemangel und geopolitischer Spannungen verstärkt diese Wahrnehmung die gesellschaftlichen Erwartungen an eine verantwortungsvolle Unternehmensführung.
Vertrauenslücke zwischen Bevölkerung und Entscheidern
Eine weitere wichtige Erkenntnis: 62 Prozent der Deutschen glauben nicht, dass Führungskräfte offen mit ihren Mitarbeitern über die Auswirkungen der KI auf den Stellenabbau sprechen werden. Diese erwartete mangelnde Transparenz verstärkt bestehende Ängste und könnte die Akzeptanz neuer Technologien weiter hemmen.
„Deutschland steht in der KI-Transformation vor einer entscheidenden Weichenstellung. Wir erleben täglich, dass technologische Innovation deutlich schneller voranschreitet als die gesellschaftliche Akzeptanz – und genau darin liegt die eigentliche Herausforderung. Als technikorientiertes Land mit starkem Mittelstand und einer hohen Erwartung an Sicherheit und Planbarkeit müssen wir eine Vertrauensbasis schaffen, die diese Transformation ermöglicht”, so Gerrit Gericke, Managing Director Technology, Edelman Deutschland. „Für Unternehmen bedeutet das: klare Orientierung, ehrliche Kommunikation und echte Einbindung der Menschen. Wer KI transparent erklärt und ihre Vorteile im Alltag nachvollziehbar macht, stärkt nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Zukunftsfähigkeit seines Geschäfts.“
Vertrauen entsteht im persönlichen Umfeld – nicht durch Institutionen
Wenn es um transparente Kommunikation zum Thema KI geht, verlassen sich die Menschen in Deutschland am stärksten auf ihr unmittelbares Umfeld. 62 Prozent vertrauen Aussagen über KI von „jemandem wie mir“ und 60 Prozent vertrauen Freunden und Familie. Institutionelle Stimmen wie CEOs, KI-Forscher und Regierungschefs genießen deutlich weniger Vertrauen. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Kommunikation zum Thema KI dialogorientiert, nachvollziehbar und glaubwürdig sein muss. Vertrauen entsteht nicht durch abstrakte Botschaften, sondern durch authentische Erfahrungen und verständliche Beispiele.
Gerrit Gericke, Managing Director Technology, Edelman Deutschland fasst die Ergebnisse zusammen:
„Die Studie zeigt deutlich, dass KI in Deutschland nicht primär als technologischer Fortschritt wahrgenommen wird, sondern als gesellschaftliche Aufgabe. Die Wirtschaft trägt deshalb eine zentrale Verantwortung. Transparenz, Orientierung und der aktive Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen sind entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und die Chancen von KI wirklich nutzbar zu machen. Nur wenn Unternehmen glaubwürdig kommunizieren und Menschen auf dem Weg mitnehmen, kann Deutschland die wirtschaftlichen Potenziale von KI ausschöpfen und zugleich gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.“